Eric Rohmer
bescheinigt F. W. Murnau in seiner Studie über den FAUST-Film "eine
wirkliche und tiefe Kenntnis der Malerei", auf der seine "photografische
Konzeption" wesentlich beruhe. Tatsächlich lassen sich für FAUST, wie
für Murnaus gesamtes filmisches Werk, zahlreiche bewußte oder unbewußte
Referenzen an die bildende Kunst nachweisen. Murnaus Studium der Kunstgeschichte,
seine Freundschaften mit Malern und Architekten, haben seine Sicht auf
die Welt und die Ästhetik seiner Filme ganz wesentlich geprägt. Er schätzte
die dunklen Werke von Kubin und Munch, war aber ebenso begeistert von
der Südsee- Farbenpracht Gauguins. Die romantischen Landschaften Caspar
David Friedrichs scheinen Murnaus Filme ebenso beeinflußt zu haben wir
die Hell-Dunkel-Malerei von Caravaggio oder Rembrandt. Im folgenden
sollen einige ikonografische Bezüge vorgestellt werden.
1888
-1919:
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Thomas
Gainsborough:
Blue Boy, 1770
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DER
KNABE IN BLAU,
1919. Filmrequisit.
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Ernst Hofmann spielt in DER KNABE IN BLAU einen verarmten Adeligen,
der sich in dem Bildnis eines seiner Vorfahren wiederzuerkennen
glaubt und dem "Fluch" des Gemäldes verfällt. Als Vorlage für
das Bild diente Gainsboroughs "Blue Boy", die Gesichtszüge wurden
Ernst Hofmann nachempfunden.
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