Alfred
Abel. Schauspieler
1879-1937
Alfred Abel ist an Provinzbühnen engagiert, bis er 1904 zum Deutschen
Theater nach Berlin wechselt. Er wird zum Theaterstar, gilt als
einer der elegantesten Männer der Stadt. Wie in der Rolle des
verträumten Stadtschreibers Lubota in Murnaus Film PHANTOM (1922)
zeichnet sich Abel vor allem durch sein feinnuanciertes und zurückhaltendes
Spiel aus. Seine wohl erfolgreichste Rolle hat er als der hochmütige
Herrscher Joh Fredersen in METROPOLIS (1925-27, Fritz Lang). Neben
der Schauspielerei führt Abel auch bei vier Filmen Regie. |
Giuseppe
Becce. Komponist
1877-1973
Giuseppe Becce kommt um 1900 als Geografie-Student nach Berlin,
studiert dort Musik und debütiert 1910 als Komponist von Opern
und Operetten. Über den Filmproduzenten Oskar Messter ergibt sich
ein erster Kontakt zum Film: Becce spielt 1913 RICHARD WAGNER
in der gleichnamigen Messter-Produktion und komponiert die Filmmusik,
damit beginnt Becces Karriere als Filmkomponist. Für die beiden
Murnau-Filme DER LETZTE MANN (1924) und TARTÜFF (1925) schreibt
er die Originalkompositionen. |
Lil
Dagover. Schauspielerin
1887-1980
Lil Dagover ist 1913 das erste Mal auf der Leinwand zu sehen.
Ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben, erhält sie
die Hauptrolle in Fritz Langs Film HARAKIRI (1919). Bekannt wird
sie durch ihre Rolle der Jane in DAS CABINET DES DR. CALIGARI
(1919, Robert Wiene). F. W. Murnau besetzt sie in TARTÜFF (1925)
an der Seite von Emil Jannings und Werner Krauß. 1979 veröffentlicht
Dagover ihre Autobiografie »Ich war die Dame«. |
Hans
Ehrenbaum-Degele. Schriftsteller
1889-1915
Hans Ehrenbaum-Degele studiert gemeinsam mit Murnau in Berlin
und Heidelberg. Die beiden verbindet eine intensive und inspirierende
Freundschaft. Erste Gedichte von Ehrenbaum-Degele erscheinen 1911.
Zusammen mit Ludwig Meidner und Paul Zech gibt Ehrenbaum-Degele
ab 1913 die Zeitschrift »Das neue Pathos« heraus. Im Mittelpunkt
seiner Lyrik stehen die Großstadt und die Erfahrung des Krieges.
Ehrenbaum-Degele fällt 1915 an der Ostfront. 1919 erscheint auf
Initiative Murnaus ein Gedichtband seines Freundes im Insel Verlag. |
Robert
J. Flaherty. Regisseur
1884-1951
Robert J. Flaherty beginnt seine Karriere als Filmemacher mit
dem Film NANOOK OF THE NORTH (1922), der den alltäglichen Überlebenskampf
einer Eskimofamilie zeigt. Der kommerzielle und künstlerische
Erfolg dieses Films begründet seinen Ruf als Dokumentarfilmer.
Flaherty reist nach Polynesien und dreht MOANA (1926), eher eine
poetische Fantasie als ein dokumentarisches Zeugnis des Lebens
eines polynesischen Stammes. 1929 beschließen Flaherty und Murnau,
gemeinsam einen Film in der Südsee zu realisieren. Aufgrund von
Meinungsverschiedenheiten zieht sich Flaherty vorzeitig aus dem
Projekt zurück. |
William
Fox. Produzent
1879-1952
William Fox beginnt seine Karriere als Kinobetreiber und Filmverleiher.
1915 gründet er die Fox Film Corporation, die sowohl Filme produziert
und verleiht als sie auch in eigenen Filmtheatern zeigt. In den
zwanziger Jahren werden die legendären Fox Studios in Hollywood
zum Zentrum bedeutender Produktionen. William Fox nimmt Murnau
unter Vertrag und gewährt ihm für seinen Film SUNRISE (1926/27)
uneingeschränkte Möglichkeiten. Mit dem Börsenkrach 1929 endet
die Glanzzeit für William Fox, der sich mit dem Aufkommen des
Tonfilms bei der Etablierung des von ihm favorisierten Movietone-Systems
verkalkuliert hat. Fox stirbt als einer der »vergessenen Helden«
Hollywoods.
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Karl
Freund. Kameramann und Regisseur
1890-1969
Karl Freund ist in den zehner Jahren Mitarbeiter des Filmpioniers
Oskar Messter. Acht Filme fotografiert er für F. W. Murnau, zwei
davon im Team mit den beiden Szenenbildnern Robert Herlth und
Walter Röhrig sowie dem Filmautor: DER LETZTE MANN (1924) und
TARTÜFF (1925). Freund gilt zu dieser Zeit als bedeutendster deutscher
Kameramann und wird durch seine »entfesselte Kamera« weltberühmt.
Er führt die Kamera bei E. A. Duponts VARIETE (1925) und Fritz
Langs METROPOLIS (1925 -27) und ist maßgeblich an Walther Ruttmanns
BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSSTADT (1927) beteiligt. In den
dreißiger Jahren beginnt für Karl Freund eine zweite Karriere
in Hollywood, wo er auch als Regisseur arbeitet.
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Greta
Garbo. Schauspielerin
1905-1990
Greta Garbo steht Anfang der zwanziger Jahre für Werbeaufnahmen
das erste Mal vor der Kamera. Mit ihrem Entdecker Mauritz Stiller
reist sie nach Berlin, wo sie in G. W. Pabsts Film DIE FREUDLOSE
GASSE (1925) eine Hauptrolle übernimmt. Mit ihrem nächsten, in
den USA gedrehten Film, THE TORRENT (1926, Monta Bell), steigt
sie schnell zu einem der zugkräftigsten amerikanischen Stars auf.
Anfang der vierziger Jahre zieht sie sich ins Privatleben zurück.
Als Freundin von Berthold und Salka Viertel ist Greta Garbo eine
der wenigen, die Murnaus Trauerfeier in Hollywood besucht. Lange
Jahre bewahrt sie eine Totenmaske des deutschen Regisseurs auf. |
Janet
Gaynor. Schauspielerin
1906-1984
Janet Gaynor ist Ende der zwanziger Jahre einer der bedeutendsten
Stars der Fox. Sie ist »America's Sweetheart«, ihr aparter Charme
und ihre unschuldige Anmut werden von Murnau in SUNRISE (1926/27)
zu voller Geltung gebracht. Für ihre Darstellung der zarten und
sanftmütigen Ehefrau in SUNRISE wird Janet Gaynor neben ihren
Rollen in zwei weiteren Fox-Produktionen - Frank Borzages 7TH
HEAVEN (1927) und STREET ANGELS (1928) mit dem »Oscar« ausgezeichnet.
Auch für seinen zweiten amerikanischen Film 4 DEVILS (1928) verpflichtet
Murnau Janet Gaynor. |
Rochus
Gliese. Filmarchitekt, Regisseur und Bühnenbildner
1891-1978
Rochus Gliese studiert am Staatlichen Kunstgewerbemuseum Berlin
und arbeitet ab 1914 beim Film. Als einer der ersten Szenenbildner
baut Gliese seine Räume perspektivisch. Er entwirft die Bauten
in DER BRENNENDE ACKER (1921/22) und stattet Murnaus Komödie DIE
FINANZEN DES GROSSHERZOGS (1923/24) aus. Für die Dreharbeiten
von SUNRISE (1926/27) folgt Gliese Murnau in die USA. Gliese,
der auch als Bühnenbildner arbeitet, erhält 1973 das Filmband
in Gold für sein Lebenswerk. |
Albin
Grau. Grafiker und Produzent
1884-1971
Albin Grau studiert an der Kunstakademie in Dresden und gestaltet
in den zwanziger Jahren Filmplakate und Werbematerial, unter anderem
auch für Murnaus Film DER GANG IN DIE NACHT (1920). Grau produziert
Murnaus Vampirfilm NOSFERATU (1921/22), für den er auch die Szenenbilder
und Kostüme entwirft. In den zwanziger Jahren ist er als »Meister
Pacitius« Leiter der Berliner Loge der Pansophia und Mitarbeiter
der esoterischen Zeitung »Saturn Gnosis«.
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Thea
von Harbou. Autorin
1888-1954
Thea von Harbou publiziert 1905 erste Gedichte, es folgen Veröffentlichungen
von Fortsetzungsromanen. Berühmt wird sie durch die Zusammenarbeit
mit ihrem Ehemann Fritz Lang, für dessen Filme sie bis 1933 die
Drehbücher schreibt. Das Skript zu DER BRENNENDE ACKER (1921/22)
- eines von vier Drehbüchern für Murnau - entwickelt sie gemeinsam
mit Willy Haas und Arthur Rosen. Im »Dritten Reich« ist Thea von
Harbou eine vielbeschäftigte Drehbuchautorin. |
Robert
Herlth. Filmarchitekt
1893-1962
Robert Herlth studiert ab 1912 Malerei an der Hochschule der Künste
in Berlin. 1920 werden Herlth und sein Kollege Walter Röhrig von
der Ufa engagiert und bilden mit Murnau und seinem Kameramann
Karl Freund ein kreatives Filmteam. Von Herlth und Röhrig stammen
die Bauten zu DER LETZTE MANN (1924) und FAUST (1925/26). Auch
im Tonfilm bleibt Herlth einer der wichtigsten Szenenbildner in
Deutschland. 1959 erhält er für die Bauten von DIE BUDDENBROOKS
(1959, Alfred Weidenmann) den Bundesfilmpreis. |
Carl
Hoffmann. Kameramann
1881-1947
Carl Hoffmann ist seit seinem dreizehnten Lebensjahr als Fotograf
tätig, arbeitet zunächst als Laborant und Filmvorführer, dann
als Kameramann bei Landschaftsaufnahmen. 1916 engagiert ihn der
Produzent Erich Pommer als Chefoperateur für die Decla-Film. Ein
bedeutendes Zeugnis von Hoffmanns tricktechnischen Fähigkeiten
ist die Kameraarbeit für Murnaus Film FAUST (1925/26). Mit Karl
Freund und Fritz Arno Wagner gehört Carl Hoffmann zu den innovativsten
und wichtigsten Kameramännern des deutschen Kinos der Weimarer
Zeit.
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Ernst
Hofmann. Schauspieler
1880-1945
Ernst Hofmann arbeitet am Deutschen Theater in Berlin. Mit Conrad
Veidt und Murnau steht er zusammen auf der Bühne. Seine Filmkarriere
beginnt er in der Rolle des verträumten Jünglings in DIE INSEL
DER SELIGEN (1913, Max Reinhardt). Er produziert Murnaus ersten
Film DER KNABE IN BLAU (1919), in dem er auch die Hauptrolle spielt.
Ernst Hofmann gilt als einer der attraktivsten Schauspieler der
zehner Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Als Ernst Hofmann von
Schönholtz veröffentlicht er in den dreißiger Jahren und Anfang
der vierziger Jahre Unterhaltungs- und Kriminalromane. |
Camilla
Horn. Schauspielerin
1903-1996
Camilla Horn tritt Anfang der zwanziger Jahre in Rudolf Nelsons
Kabarett am Berliner Kurfürstendamm auf und ist gelegentlich Filmstatistin:
In Murnau Moliére-Adaption TARTÜFF (1925) doubelt sie in Nachaufnahmen
Lil Dagover. Für seinen FAUST-Film (1925/26) engagiert sie Murnau
als Partnerin von Gösta Ekman und Emil Jannings. Camilla Horn
erweist sich als ideale Besetzung des Gretchens. Mit der Zeit
wandelt sich ihr Rollenprofil von der jungen Kleinen zum blonden
Vamp. 1974 erhält Camilla Horn das Filmband in Gold für ihr Lebenswerk. |
Emil
Jannings. Schauspieler
1884-1950
Emil Jannings arbeitet - neben Theaterengagements - ab 1916 auch
für den Film. Er beeindruckt durch sein urwüchsiges und ausnehmend
physisches Spiel, etwa in der Rolle des Hotelportiers in DER LETZTE
MANN (1924). Die Paramount holt ihn 1926 nach Hollywood, wo Jannings
1928 bei der zum ersten Mal stattfindenden Academy Award-Verleihung
mit einem »Oscar« für seine schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet
wird. Nach Aufkommen des Tonfilms kehrt Jannings nach Deutschland
zurück. |
Ruth
Landshoff-Yorck. Autorin und Schauspielerin
1904-1966
Ruth Landshoff-Yorck, die Murnau freundschaftlich verbunden ist,
stammt aus einer Familie des jüdischen Bürgertums in Berlin und
ist die Nichte des Verlegers Samuel Fischer. Ruth Landshoff-Yorck
besucht die Schauspielschule, tritt am Theater auf und wirkt in
Murnaus NOSFERATU (1921/22) mit. 1930 erscheint ihr erster Roman
»Die Vielen und der Eine«. Ihr zweiter Roman kann in Deutschland
bereits nicht mehr publiziert werden. 1937 emigriert Ruth Landshoff-Yorck
in die USA. |
Else
Lasker-Schüler. Schriftstellerin
1869-1945
Else Lasker-Schüler schließt sich im Berlin der Jahrhundertwende
den Künstler- und Literatenkreisen an. Sie studiert Malerei, veröffentlicht
1902 ihren ersten Gedichtband »Styx« und arbeitet an Herwarth
Waldens expressionistischer Zeitschrift »Der Sturm« mit. Über
den jungen Dichter Hans Ehrenbaum-Degele lernt sie Murnau kennen,
den sie »Ullrich« oder »Wilhelm von Hutten« nennt. Gemeinsam mit
Murnau organisiert sie 1917 einen »Gedächtnis-Abend« für den gefallenen
Freund Hans Ehrenbaum-Degele. 1933 emigriert Else Lasker-Schüler
über die Schweiz nach Jerusalem. |
Carl
Mayer. Drehbuchautor
1894-1944
Carl Mayer ist in den zehner Jahren als Dramaturg am Berliner
Residenztheater beschäftigt. Durch das gemeinsam mit Hans Janowitz
verfaßte Drehbuch zu DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919, Robert
Wiene) avanciert er zu einem gefragten Filmautor. F. W. Murnau
arbeitet mit Mayer bei sieben Filmen zusammen, unter anderem bei
DER LETZTE MANN (1924). Carl Mayers Drehbücher sind von hoher
visueller Vorstellungskraft, er ist ein »Bilddichter« (Joseph
Roth). In den frühen dreißiger Jahren verläßt Mayer Deutschland. |
Lothar
Müthel. Schauspieler und Theaterregisseur
1896-1964
Lothar Müthel besucht Max Reinhardts Schauspielschule und ist
bis 1917 am Deutschen Theater in Berlin engagiert. Während des
Ersten Weltkriegs steht er mit dem befreundeten Murnau in engem
Briefkontakt. Einen kurzen Filmauftritt hat der Theaterschauspieler
Müthel als Mönch in Murnaus FAUST (1925/26). In den dreißiger
Jahren etabliert sich Müthel neben Gustaf Gründgens und Jürgen
Fehling als Regisseur am Staatstheater Berlin. Während des »Dritten
Reiches« leitet er das Wiener Burgtheater.
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George
O'Brien. Schauspieler
1900-1985
George O'Brien lernt über seine Arbeit als Komparse und Stuntman
den Regisseur John Ford kennen, der ihm eine Hauptrolle in THE
IRON HORSE (1924) anbietet. Über Nacht wird O'Brien zum Star und
ist vor allem in Westernrollen zu sehen. Eine Ausnahme ist Murnaus
erster amerikanischer Film SUNRISE (1926/27). Hier spielt er einen
Mann, der in den Bann einer Femme fatale gerät und unter deren
Einfluß beinahe die eigene Frau ermordet. George O'Brien ist mit
Murnau befreundet und verkauft ihm die Jacht, mit der Murnau 1929
in die Südsee segelt. |
Erich
Pommer. Produzent
1889-1966
Erich Pommer beginnt nach einer kaufmännischen Lehre 1907 seine
Karriere im Filmgeschäft. 1915 gründet er die Produktionsgesellschaft
Deutsche Eclair (Decla), die nach dem Ersten Weltkrieg zur Decla-Bioscop
fusioniert und 1923 in der Ufa aufgeht. Bei der Ufa produziert
Pommer Murnaus DER LETZTE MANN (1924), Duponts VARIETE (1925)
und Fritz Langs METROPOLIS (1925-27). 1933 emigriert Erich Pommer,
arbeitet als Produzent in Frankreich, Großbritannien und den USA.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt er als amerikanischer Filmoffizier
nach Deutschland zurück. |
Heinrich
Richter, auch Heinrich Richter-Berlin. Filmarchitekt und Maler
1894-1981
Heinrich Richter studiert 1902/03 an der Berliner Hochschule der
Künste, wird aber der Schule verwiesen, weil er ohne Erlaubnis
in der Berliner »Secession« ausstellt. Zusammen mit Max Pechstein,
Karl Schmidt-Rottluff und Christian Rohlfs gründet er die »Neue
Secession«, später wird er Mitglied der »Novembergruppe«. Für
die expressionistische Zeitschrift »Der Sturm« entwirft Richter
zahlreiche Holzschnitte. In den zehner Jahren beginnt er Filmdekorationen
zu entwerfen, für Murnau stattet er unter anderem die beiden Filme
DER GANG IN DIE NACHT (1920) und DER JANUSKOPF (1920) aus. |
Walter
Röhrig. Szenenbildner
1893-1945
Walter Röhrig studiert in Berlin und Zürich Malerei und arbeitet
als Bühnenmaler. Ab 1918 wird er in Berlin für Filmproduktionen
engagiert. Zusammen mit Hermann Warm und Walter Reimann ist er
für die Dekors in DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919, Robert Wiene)
verantwortlich. Röhrig gehört mit Robert Herlth zu dem kreativen
Team der »Babelsberger Bauhütte«. Röhrigs Zeichnungen erläutern
technische Probleme und räumliche Verhältnisse, geben Atmosphären
und Beleuchtungseffekte detailliert wieder. |
Charles
Rosher. Kameramann
1885-1974
Charles Rosher studiert in London Fotografie. 1909 zieht er nach
Amerika, kauft sich eine Filmkamera und wird der erste hauptberufliche
Filmkameramann Hollywoods. Rosher entwickelt neue Licht- und Kameratechniken.
Nachdem er bei den Dreharbeiten zu FAUST (1925/26) hospitiert
und Murnaus Arbeitsweise kennengelernt hat, wird er für Murnaus
ersten amerikanischen Film SUNRISE (1926/27) zusammen mit seinem
Kollegen Karl Struss für die Kameraarbeit engagiert. Beide werden
mit einem »Oscar« ausgezeichnet. |
Walter Spies. Maler
1898-1942
Walter Spies ist der Sohn eines deutschen Diplomaten in Rußland
und studiert nach dem Ersten Weltkrieg in Dresden und Berlin.
Er verkehrt in den Berliner Künstlerkreisen und ist eng befreundet
mit Murnau, bei dem er einige Zeit lebt und arbeitet. 1923 lässt
sich Walter Spies auf Bali nieder und wird dort einer der einflußreichsten
Künstler. Inspiriert von Klee und Chagall malt Spies surrealistisch
gefärbte Bilder zur balinesischen Mythologie. Sein Bruder Leo
Spies komponiert die Originalmusiken zu Murnaus Filmen PHANTOM
(1922) und DIE AUSTREIBUNG (1923).
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Conrad
Veidt. Schauspieler
1893-1943
Conrad Veidt gehört nach seiner Schauspielausbildung bei Max Reinhardt
zum Ensemble des Deutschen Theaters. Der internationale Durchbruch
beim Film gelingt ihm als willenlos mordendes Medium Cesare in
DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919, Robert Wiene). Murnau, der
eng mit ihm befreundet ist, besetzt ihn in fünf seiner frühen
Filme, unter anderem als blinden Maler in DER GANG IN DIE NACHT
(1920). Im Exil in Hollywood hat er seinen letzten großen Auftritt
als Major Strasser in CASABLANCA (1942, Michael Curtiz). |
Berthold
Viertel. Autor und Regisseur
1885-1953
Berthold Viertel studiert an der Universität Wien, veröffentlicht
erste Gedichte, Theaterstücke und Essays. Ab 1912 ist er als Dramaturg
an der Wiener Volksbühne tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg heiratet
Viertel die Schauspielerin Salomea Steuermann, die unter dem Namen
Salka Viertel bekannt wird. Mit ihr zieht er nach Berlin, wo er
1923 das expressionistische Theater »Die Truppe« gründet. 1928
emigriert das Ehepaar nach Amerika. Als Co-Autor schreibt Berthold
Viertel die Drehbücher für Murnaus Hollywoodfilme 4 DEVILS (1928)
und CITY GIRL (1929/30). Salkas Salon wird Treffpunkt der deutschsprachigen
Emigranten und Exilanten in Hollywood. |
Hermann
Warm. Filmarchitekt
1889-1976
Hermann Warm arbeitet nach seiner Ausbildung als Theatermaler
an verschiedenen Bühnen in Deutschland. Als Szenenbildner gestaltet
er unter anderem den Film DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919,
Robert Wiene) mit. Für Murnaus PHANTOM (1922) entwirft er die
Bauten, unter anderem die »Schattenstraße«. Hermann Warm setzt
sich als einer der ersten Bühnenbildner für die Etablierung des
noch neuen Berufsbildes des Szenenbildners ein. In der Nachkriegszeit
arbeitet Warm nur noch gelegentlich als Szenenbildner. |