Im Juni
1926 reist Friedrich Wilhelm Murnau zum zweiten
Mal in die USA. Vor ihm liegt die Arbeit an SUNRISE - A SONG
OF TWO HUMANS (1926/27), seinem ersten Projekt für die Fox-Film in Hollywood.
Das Drehbuch zu SUNRISE stammt wieder von Carl Mayer, der Murnau als
Autor vertraglich zugesichert worden ist. Der Film handelt von einem
Mann, der durch eine Frau aus der Großstadt verführt wird, schließlich
aber wieder zu seiner Angetrauten zurückfindet. William Fox, für den
die vertragliche Verpflichtung des »German Genius« ein Prestigeprojekt
ist, bietet ihm alle erdenklichen Möglichkeiten.
Nach Abschluß
der Dreharbeiten verbringt Murnau den Sommer 1927 in Berlin. Im Dezember
beginnt er mit den Vorbereitungen seines nächsten Filmprojekts für die
Fox, den im Artistenmilieu spielenden Film 4 DEVILS
(1928). SUNRISE ist nach seiner Premiere im September 1927 von
der amerikanischen Kritik gefeiert worden, erhält drei »Oscars«. Nachdem
sich der Erfolg an der Kinokasse jedoch nicht eingestellt hat, geht
Murnau bei der Realisierung von 4 DEVILS Kompromisse ein. So wird aufgrund
einer Zuschauerbefragung der Fox-Studios
das Ende von 4 DEVILS geändert. Heute gilt der Film als verschollen.
Während der Produktion von CITY GIRL (1929) kommt es zum endgültigen
Bruch zwischen Murnau und den Fox-Studios. Wie bei 4 DEVILS werden Teile
des Films als Tonfilm nachgedreht. Bei den Dreharbeiten zu CITY GIRL
lernt Murnau den Dokumentarfilmer Robert J. Flaherty kennen. Beide schätzen
das Werk des anderen, und sie eint die Enttäuschung über die Arbeitsbedingungen
in Hollywood. Gemeinsam entsteht die Idee, in die Südsee zu reisen und
dort einen Film ganz den eigenen Vorstellungen gemäß zu realisieren:
TABU.
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