Bei Murnaus
Film TARTÜFF (1925) arbeitet das Erfolgsteam
um den Ufa-Produzenten Erich Pommer wieder zusammen. Der Drehbuchautor
Carl Mayer macht aus der Komödie von Molière einen »Film im Film«: Ein
junger Mann, der um sein Erbe gebracht werden soll, verkleidet sich
als Schausteller. Er führt seinem Großvater in einem Wanderkino die
Geschichte des arglistigen Herrn Tartüff vor. Die Ufa eröffnet mit der
deutschen Uraufführung von TARTÜFF den Gloria-Palast, ihr neues Berliner
Renommier-Kino. Die Premiere eines Murnau-Filmes ist nun ein großes
gesellschaftliches Ereignis.
Murnaus nächster Film FAUST (1925/26) wird
von der Ufa als repräsentativer Großfilm für den internationalen Markt
geplant. Zwei Millionen Mark stellt der verschuldete Konzern zur Verfügung.
Goethes »Faust« gilt als Garant für anspruchsvolles und erfolgreiches
deutsches Kino. Hauptdarsteller ist wiederum Emil
Jannings, der mittlerweile auch in Hollywood gefragt ist. Seine
visuelle Kraft entwickelt der Film durch eine
ausgeklügelte Kamera- und Tricktechnik.
Der Film ist Murnaus letzter für die Ufa. Im Januar 1925, nach seiner
ersten USA-Reise, hat er einen Vertrag mit dem Produzenten William Fox
unterschrieben. Als FAUST im Oktober 1926 in Berlin seine Uraufführung
erlebt, arbeitet Murnau bereits in Hollywood. Im Sommer 1927 kehrt er
nochmals nach Berlin zurück, doch die Verhandlungen mit der Ufa über
ein neues Projekt scheitern.
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